Was tun bei Hitze- und Trockenschäden im (Silo-)Mais

Ernte und Konservierung:

Mais mit Hitze- oder Trockenschäden erkennt man daran, dass das Kolbenblatt vertrocknet ist und der Stängel eine Rotfärbung aufweist. Spätestens dann sollte der Mais geerntet werden. Der Trockenmassegehalt liegt bei ca. 28 – 30 % (Quelle: Dr. Frank Looff, DiamondV, 2018).

Wenn das Kolbenblatt noch nicht vollständig vertrocknet ist bzw. die Maispflanzen nach Niederschlag wieder „grün“ werden, orientiert sich der „ideale“ Zeitpunkt für die Ernte an der Trockenmasse (TM). Der Trockenmassegehalt sollte wie bei „normalen“ Silomais idealerweise zwischen 32 und 35 % liegen.

Die Häcksellänge sollte aufgrund der z.T. schon abgestorbenen Pflanzenteile unter 10 mm liegen (6 - <= 10 mm).

Bei der Einlagerung ins Silo ist auf ausreichende Verdichtung zu achten. Ziel ist eine Verdichtung von mehr als 230 kg TM/m3. Das dafür notwendige Walzgewicht errechnet sich nach folgender Formel: Erntemengen in t / Stunde dividiert durch 4. Beispiel: 60 t Erntegut / Stunde / 4 = 15 t Walzgewicht. Nach Befüllen des Silos muss selbiges umgehend (= SOFORT!) abgedeckt werden. Das Häckselgut ist mit 20 % Restzucker sehr zuckerreich. In Verbindung mit schlechter Verdichtung und Sauerstoffeintritt aufgrund verzögerter Abdeckung des Silos ist das Risiko von Nacherwärmung sehr hoch. Der Einsatz von Siliermitteln wird dringend empfohlen. Bei mehr als 25 % TS-Gehalt sind Siliermittel der Wirkungsgruppe 2 zu empfehlen, bei TS-Gehalten unterhalb von 25 % ausschließlich chemische Siliermittel. Achtung: trotz abgestorbener Pflanzenteile liegt das Häckselgut häufig im Bereich unterhalb von 25 % TS!

Ernte und Konservierung:
Mais mit Hitze- oder Trockenschäden erkennt man daran, dass das Kolbenblatt vertrocknet ist und der Stängel eine Rotfärbung aufweist. Spätestens dann sollte der Mais geerntet werden. Der Trockenmassegehalt liegt bei ca. 28 – 30 % (Quelle: Dr. Frank Looff, DiamondV, 2018).

Wenn das Kolbenblatt noch nicht vollständig vertrocknet ist bzw. die Maispflanzen nach Niederschlag wieder „grün“ werden, orientiert sich der „ideale“ Zeitpunkt für die Ernte an der Trockenmasse (TM). Der Trockenmassegehalt sollte wie bei „normalen“ Silomais idealerweise zwischen 32 und 35 % liegen.

Die Häcksellänge sollte aufgrund der z.T. schon abgestorbenen Pflanzenteile unter 10 mm liegen (6 - <= 10 mm).

Bei der Einlagerung ins Silo ist auf ausreichende Verdichtung zu achten. Ziel ist eine Verdichtung von mehr als 230 kg TM/m3. Das dafür notwendige Walzgewicht errechnet sich nach folgender Formel: Erntemengen in t / Stunde dividiert durch 4. Beispiel: 60 t Erntegut / Stunde / 4 = 15 t Walzgewicht. Nach Befüllen des Silos muss selbiges umgehend (= SOFORT!) abgedeckt werden. Das Häckselgut ist mit 20 % Restzucker sehr zuckerreich. In Verbindung mit schlechter Verdichtung und Sauerstoffeintritt aufgrund verzögerter Abdeckung des Silos ist das Risiko von Nacherwärmung sehr hoch. Der Einsatz von Siliermitteln wird dringend empfohlen. Bei mehr als 25 % TS-Gehalt sind Siliermittel der Wirkungsgruppe 2 zu empfehlen, bei TS-Gehalten unterhalb von 25 % ausschließlich chemische Siliermittel. Achtung: trotz abgestorbener Pflanzenteile liegt das Häckselgut häufig im Bereich unterhalb von 25 % TS!


© Grafik: LAZBW, A. Jilg

Der Sickersaftanfall liegt je nach TS zwischen 75 und 200 l je cbm Lagerraum. 75 % der Sickersaftmenge fällt in der ersten Woche an. Die Lagerung in einer Feldmiete scheidet somit aus. Empfehlung: Sickersaft auffangen über z.B. Stroh oder eine trockene Grassilage als Unterlage (> 40 % TS-Gehalt).

Häufig sind nicht alle Maisflächen eines Betriebes betroffen. Je nach Größe bzw. Umfang bietet es sich an, die betroffenen Flächen oder Teilflächen in einen Folienschlauch zu silieren. Die Fa. Bitburger Biertreber z.B. bietet die Silierung im Folienschlauch an. Die Kosten betragen für einen kleinen Schlauch mit 2 – 2,8 t Inhalt pro laufendem Meter 18 € / m. Bei einem großen Schlauch mit 3,8 – 4,2 t pro laufendem Meter liegen die Kosten pro laufendem Meter bei 25 €. Der Schlepper für die Presse kostet 65 € / Stunde (tel. Auskunft Bitburger Biertreber vom 07.08.2020).

Einsatz in der Fütterung:

Die Ergebnisse von 2018 zeigen, dass kolbenlose bzw. stärkearme Maissilagen (< 250 g XS) im Energiegehalt unter 6 MJ NEL liegen (s.Tabelle 1). Solche Silagen sind für die Fütterung von hochleistenden Milchkühen wenig geeignet. Für solche Silagen bietet sich der Einsatz in der Trockensteher- und Jungviehfütterung (nach dem 1. Lebensjahr) an. Deshalb nochmals der Hinweis auf die Möglichkeit, Teilflächen in Folienschläuchen zu silieren.

Einsatz in der Fütterung:

Die Ergebnisse von 2018 zeigen, dass kolbenlose bzw. stärkearme Maissilagen (< 250 g XS) im Energiegehalt unter 6 MJ NEL liegen (s.Tabelle 1). Solche Silagen sind für die Fütterung von hochleistenden Milchkühen wenig geeignet. Für solche Silagen bietet sich der Einsatz in der Trockensteher- und Jungviehfütterung (nach dem 1. Lebensjahr) an. Deshalb nochmals der Hinweis auf die Möglichkeit, Teilflächen in Folienschläuchen zu silieren.
Tipps:

Das DLR Eifel startet nächste Woche mit einem „Maismonitoring“ über den ganzen Beratungsbezirk. Im Rahmen des Monitorings wird der TM-Gehalt von Kolben und Restpflanze bestimmt. Die Ergebnisse werden auf der Homepage des DLR Eifel und in ISIP veröffentlicht. Wem dies nicht genau genug ist, kann den TM-Gehalt am DLR Eifel bestimmen lassen. Für die TM-Bestimmung werden 5 Pflanzen benötigt. Diese können dienstags zwischen 9:00 und 15:00 Uhr am DLR abgegeben werden. Die TM-Bestimmung dauert 24 Stunden. Ansprechpartnerin am DLR ist Frau Breuer (Telefon 06561 / 9480-461).

Wenn Sie kolbenlose Maissilagen auf ihren Futterwert untersuchen lassen, muss die Untersuchung in jedem Falle nasschemisch durchgeführt werden. Die NIRS-Technologie ist nicht geeignet. Informieren Sie Ihren Probenehmer.

Tabelle 1: Energie- und Nährstoffgehalte von stärkearmen Silomais 2018
Futtermittelprüfring
Ø TM
Ø XP
Ø XF
Ø XA
Ø XS
Ø ADF
Ø NDF
Ø NFC
Ø nXP
Ø RNB
Ø ME
Ø NEL
Anz.
Birkenfeld-Hunsrück-Nahe
354
76
233
52
218
264
465
379
122
-7
10,0
5,9
14
Eifel
348
74
232
45
212
262
461
394
122
-8
10,0
5,9
32
Pfalz-Rheinhessen
339
73
231
48
228
261
458
394
121
-8
10,0
5,9
10
Rheinland-Pfalz Nord
329
78
234
50
204
267
463
384
122
-7
10,0
5,9
51
Saar
306
72
231
41
220
271
462
397
124
-8
10,3
6,1
2
Ø RLP/Saarland
338
76
233
49
211
264
462
387
122
-7
10,0
5,9
109
Im Anhang finden Sie den Beitrag als PDF-Dokument.

Download: Ernte+Konservierung-von-notreifem-Mais_2020-08-07.pdfErnte+Konservierung-von-notreifem-Mais_2020-08-07.pdf


thomas.priesmann@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken nach oben  zurück